Kein Aufwand wurde gescheut, damit auf dem Speedway in Daytona doch noch das grosse Saisonhighlight stattfinden konnte.

Die besten 100 Athleten der Welt aus Kurz-, Mittel und Langdistanz treffen im selben Wettkampf, der PTO Championships aufeinander. Olympiasieger gegen Hawaii Champions – so was gab es in unserem Sport noch nie. Nicht wenige sprachen daher davon, dass es das bestbesetzte Triathlon Ereignis war, das je stattgefunden hat. Spannend war im Vorfeld natürlich auch, wem das einmalige Wettkampfformat (2km Swim, 80km Rad, 18km Run, damit etwas kürzer als Mitteldistanz, ca. 3h Wettkampfdauer) besser behagen würde, den Kurz- oder Langdistanzathleten.

Die Tage vor dem Wettkampf vergingen wie im Flug mit Training auf dem Speed Oval und den zahlreichen Verpflichtungen, denen wir als Athleten nachzukommen hatten. Wenn man sieht, welchen Aufwand und Professionalität die Veranstalter an den Tag  gelegt haben, hilft man jedoch gerne mit. Auch die Rahmenbedingungen waren für unsere Sportart einmalig – etwa eine  TV Liveübertragung in über 500 Mio. Haushalte weltweit!

Bestärkt durch meine guten Trainingsleistungen stieg ich zuversichtlich ins Rennen, auch wenn ich mittlerweile zu den ältesten Semestern gehört. Der Schwimmauftakt verlief vielversprechend und ich befand mich in aussichtsreicher Position, etwas mehr als 1 Minute Rückstand auf die schnellen Schwimmer der Kurzdistanz. Die ersten 30km auf dem Rad liefen dann aber nicht ganz so optimal und ich kriegte nicht den gewünschten Druck auf die Pedalen, um den Konkurrenten zu folgen, die letztlich die Spitzenplätze unter sich ausmachten. Gegen Ende Rad lief es immer besser, aber die Post nach vorne war zu diesem Zeitpunkt abgefahren. Wie zahlreiche andere Athleten hatte auch ich mit der monotonen Positionshaltung zu kämpfen, da man in der Aeroposition immerzu dieselben Muskelstränge belastet, im Gegensatz zu technischen und coupierten Radstrecken. Beim Übergang aufs Laufen machten sich so ungewohnte Krämpfe bemerkbar und verunmöglichten kurzzeitig sogar das Laufen. Schnell ging es aber wieder besser und ich konnte dank einem regelrechten Steigerungslauf und guten Leistung über die 18km noch einige Konkurrenten wieder einholen.

Der 23. Rang ist nicht mein erhofftes Wunschresultat. Er wiederspiegelt jedoch vielmehr die enorme Leistungsdichte als eine suboptimal Leistung, insbesondere wenn ich etwa auf die Rangliste schaue, wo ich zahlreiche Cracks, Olympiazweite etc. hinter mir gelassen habe. Um jedoch ganz um die vordersten Ränge mitkämpfen zu können, wäre nicht nur eine gute, sondern aussergewöhnliche Leistung nötig gewesen und auch der Wettkampfverlauf hätte mir etwas mehr in die Hände spielen sollen. Andererseits klassierten sich Athleten ganz vorne, auf welche ich vorgängig nur wenig gewettet hätte und bisher immer hinter mir gelassen habe. Aber auch dies ist das schöne an unserem Sport: Jeder Wettkampf beginnt wieder von vorne und kann, etwa abhängig der Wettkampfdynamik, einen unterschiedlichen Verlauf nehmen, insbesondere bei diesem Startfeld.

Nach dieser aussergewöhnlichen und anstrengenden, sportlich jedoch guten Saison freue ich mich nun auf einige ruhigere Wochen mit der Familie. Bereits jetzt habe ich natürlich wieder neue sportliche Ziele ins Auge gefasst, über die ich euch dann gerne zum gegebenen Zeitpunkt informieren werde.

Danke fürs Mitfiebern und die immerzu zahlreichen Rückmeldungen.

Alles Gute, eine schöne Adventszeit und bis im neuen Jahr.