Nach einer guten Leistung mit einer Endzeit von knapp über 8h bei Wind und Kälte konnte ich mich auf dem fünften Rang klassieren. Im Vorfeld hatte ich mir eine noch bessere Klassierung erhofft, aber die Leistung der zuvorderst klassierten, allesamt mehrfache Ironman Gewinner, war einfach enorm und so darf ich trotzdem zufrieden sein mit meinem Abschneiden.

Bei Florida denkt man grundsätzlich wohl eher an Hitze als an Kälte, aber gerade diese war am Wettkampftag eine zusätzliche Herausforderung. Nach den ersten warmen und feuchten Tagen in Panama City Beach (ganz im Nordwesten des Sunshine States) änderte sich die Wetterlage innerhalb von wenigen Stunden, als das Thermometer von knapp 30 Grad auf rund 5 Grad fiel. Auch am Wettkampftag war es während der ersten vier Stunden deutlich kühler als zehn Grad. Einige Jahre an Triathlon Erfahrung sind aber auch hier hilfreich: Putzhandschuhe, Klebeband zum Abdichten von Radschuhen und Helmöffnungen, ein Plastiksack unterhalb des Rennanzuges etc. waren einige der Massnahmen, die mir als „Gfrörli“ geholfen haben, nicht in Kältestarre zu verfallen.

Dein Auftakt beim Schwimmen ist mir nicht ganz optimal gelungen. Bei der zweiten Schwimmrunde der 3.8km im Golf von Mexiko mussten wir uns durch viele Hundert Alterklasseathleten „pflügen“, was eher zu einem Tetris Spiel verkam. Ich verlor vollständig den Überblick und auch die Konkurrenten aus den Augen. Anfang Rad, als ich endlich den Überblick hatte, war ich schon etwas im Hintertreffen musste bereits investieren, um wieder zurück zu kommen. Die Beine fühlen sich aber gut an und so entschied ich mich auch, mit dem späteren Sieger aus UK mitzufahren, als dieser uns passierte. Mir war bewusst, dass In Anbetracht der Konkurrenz ein aktives Rennen gefordert war, wollte ich um die ganz vordersten Positionen mitkämpfen. Nach weiteren dreissig Minuten musste ich mir eingestehen, dass ich das Ziel wohl nicht erreichen würde, wenn ich weiterhin auf diese Pace setzte. Die zweiten 90km waren dann entsprechen ein K(r)ampf, ich büsste etwas für meinen Effort und war letztlich froh, als ich in aussichtsreicher Position endlich vom Rad steigen konnte.

Die stärksten Konkurrenten liefen den Marathon deutlich unter 2.40 (2.36, 2.39), was nach dem harten Radfahren schon sehr eindrücklich ist. Mit 2.49h (4min Pace pro km bzw. 15kmh) war ich nicht etwa langsam unterwegs, aber für ganz nach vorne war dies zu wenig. Alles in allem sicherlich eine gute, aber auch nicht meine beste Leistung über die Langdistanz. 8.03 Stunden bei Wind und Kälte und ich war froh, keine weitere Minute mehr durchhalten zu müssen… Für mich sind diese Langdistanzen immer noch eher ein „Überleben“ als das „Racen“, was ich mir von der Kurz und Mitteldistanz gewohnt bin. Dort steht von der ersten Minute an der direkte Kampf gegen die Konkurrenten im Vordergrund, während ich mich hier hingegen disziplinieren muss, eine Art „Schach spielen“, nachdem ich bei meinen ersten Versuchen Lehrgeld bezahlen musste. . Danach frage ich mich anschliessend wie jetzt, ob ich nicht deutlich hätte schneller anlaufen sollen beim Marathon, um mein Lauf Potential ausschöpfen zu können. Auf der halben Distanz nämlich bin ich i.d.R. schneller unterwegs als diese Überläufer, zudem waren die letzten Kilometer meine schnellsten vom ganzen Marathon. Wie immer werde ich es nie erfahren, sondern beim nächsten Mal ausprobieren müssen. Gerade dies ist aber auch ein Teil der Faszination Triathlon. Wo sonst kann man auch nach fast zwei Jahrzenten im Sport immer noch jedes Mal etwas dazulernen und neues ausprobieren?

Noch aber ist nicht ganz Saisonpause bei mir. In gut drei Wochen steht noch der Abschluss am traditionsreichsten Triathlon Asiens an, dem Laguna Phuket Triathlon in Thailand. An diesen Wettkampf habe ich tolle Erinnerungen und ich freue mich, nach einigen Jahren Unterbruch wieder dabei zu sein. Spätestens dann wird Kälte kein Thema mehr sein…. 