Der Unterschied zwischen dem Unmöglichen und dem Möglichen liegt in der Entschlossenheit einer Person.

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12. Apr 2019

Trainingslager in Kalifornien mit neuen Erfahrungen

Schon immer in meiner Zeit als Profisportler wollte ich mal ein Trainingslager am Geburtsort des Triathlons absolvieren - der Region um San Diego in Südkalifornien. Sozusagen auf den Fährten der Vorbilder aus meiner Jugendzeit, über welche ich damals haufenweise Magazine und Berichte gelesen hatte. So wähnte ich mich schon beinahe heimisch, ohne jemals da gewesen zu sein…
Dieses Jahr nun endlich bot sich die Gelegenheit, für einmal Kalifornien als Trainingslager zu nutzen und als Abschluss einer der traditionellsten Wettkämpfe in Nordamerika zu bestreiten, da er Quasi vor der Haustüre lag. Mein erster Saisonhöhepunkt, die Langdistanz Weltmeisterschaften in Spanien/Pontevedra, findet bereits in einem Monat statt und entsprechend intensiv wollte und sollte ich die diese Trainingswochen auch nutzen. Das südkalifornische Ambiente bietet natürlich auch neben dem Training so einiges, so dass sich das Trainingspensum zusätzlich motiviert überstehen lässt 😉

Die Bedingungen zum Schwimmen und Laufen waren ideal. Zahlreiche Outdoor Pools, zudem angenehm gewärmt, so dass ich nicht wie gewöhnlich zu Hause nach einer Stunde als Eiszapfen ende. Jeder Pool hat ausschliesslich Schwimmleinen und bietet daher genügend Platz, so dass er nicht wie in der Schweiz mit fünf Schwimmern bereits an die Kapazitätgrenze kommt, was über all die Jahre wohl schon zu zahlreichem Austausch von Lieblichkeiten geführt hat.

Zum Laufen gibt es zu den Küstenabschnitten auch viele weitere Optionen, etwa abwechslungsreiche Trails durch eine wahrlich reizvolle Umgebung. Jedenfalls musste ich mich auch zu den vielen langen Läufen nie überwinden. Zum Radfahren wäre die Region eigentlich sehr schön und ideal geeignet, wenn nur dieser starke Verkehr nicht wäre! Der Strassenkreisel wurde trotz der vielen so tollen Innovationen in Kalifornien noch nicht erfunden, stattdessen sorgen inexistenter öffentlicher Verkehr, Rotlichter an jeder Ecke und Stoppsignale alle 50m (den Zweck habe ich bis zum Schluss nie begriffen!) dafür, dass auch zu Randzeiten ständig Stau entsteht. Trotz zahlreicher Radwege ist und bleibt man im Verkehr als Radfahrer ein Fremdkörper, auch weil wohl die wenigsten Autofahrer seit ihrer Kindheit jemals wieder auf einem Rad gesessen sind.

Das Training machte Spass und lief erfolgreich, auch dank lokaler Unterstützung von Juliano Teruel, der nicht nur die besten Trainings Lokalitäten, sondern auch die besten Bäckereien und Kaffees kennt! Beim lockeren Ausfahren geschah dann aber das Unglück, als mich ein Autofahrer übersah beim Einbiegen. Ich konnte zwar noch etwas abbremsen, vollendete dann aber einen Salto und landete auf dem harten Asphalt. Mit Prellungen und Schürfungen und einige Radschäden bin ich aber wohl noch verhältnismässig glimpflich davongekommen. Aber als Profisportler ist schon dies sehr einschränkend, insbesondere auch mit einem anstehenden Wettkampf. Nun darf ich dafür als neue Erfahrung als Kläger auch noch das amerikanische Rechstsystem kennenlernen.

Der Halbironman in Oceanside lief meinen Erwartungen entsprechend. Sehr lange und bis zum Laufen konnte ich mich in den ersten drei Positionen halten, wurde dann aber beim Halbmarathon (für mich ungewohnt) noch auf den sechsten Platz nach hinten verwiesen. Den Umständen entsprechend muss und darf ich damit aber mehr als zufrieden sein, über weite Strecken und bis zum Laufen mit vielen der Weltbesten mitgehalten zu haben… Weiter erholt von den Blessuren und vom vielen Training bin ich zuversichtlich, dass ich dann Anfang Mai in Top Verfassung zur WM antreten werde. Die Luft nach oben ist nach dem zweiten Rang aus dem Vorjahr beschränkt, aber ich werde nichts unversucht lassen!
Viele Grüsse und bis bald,
Euer Ruedi

pictures: c by Talbot Cox
... Siehe mehrSiehe weniger

Trainingslager in Kalifornien mit neuen Erfahrungen

Schon immer in meiner Zeit als Profisportler wollte ich mal ein Trainingslager am Geburtsort des Triathlons absolvieren - der Region um San Diego in Südkalifornien. Sozusagen auf den Fährten der Vorbilder aus meiner Jugendzeit, über welche ich damals haufenweise Magazine und Berichte gelesen hatte. So wähnte ich mich schon beinahe heimisch, ohne jemals da gewesen zu sein… 
Dieses Jahr nun endlich bot sich die Gelegenheit, für einmal Kalifornien als Trainingslager zu nutzen und als Abschluss einer der traditionellsten Wettkämpfe in Nordamerika zu bestreiten, da er Quasi vor der Haustüre lag. Mein erster Saisonhöhepunkt, die Langdistanz Weltmeisterschaften in Spanien/Pontevedra, findet bereits in einem Monat statt und entsprechend intensiv wollte und sollte ich die diese Trainingswochen auch nutzen. Das südkalifornische Ambiente bietet natürlich auch neben dem Training so einiges, so dass sich das Trainingspensum zusätzlich motiviert überstehen lässt ;-)

Die Bedingungen zum Schwimmen und Laufen waren ideal. Zahlreiche Outdoor Pools, zudem angenehm gewärmt, so dass ich nicht wie gewöhnlich zu Hause nach einer Stunde als Eiszapfen ende. Jeder Pool hat ausschliesslich Schwimmleinen und bietet daher genügend Platz, so dass er nicht wie in der Schweiz mit fünf Schwimmern bereits an die Kapazitätgrenze kommt, was über all die Jahre wohl schon zu zahlreichem Austausch von Lieblichkeiten geführt hat.

Zum Laufen gibt es zu den Küstenabschnitten auch viele weitere Optionen, etwa abwechslungsreiche Trails durch eine wahrlich reizvolle Umgebung. Jedenfalls musste ich mich auch zu den vielen langen Läufen nie überwinden. Zum Radfahren wäre die Region eigentlich sehr schön und ideal geeignet, wenn nur dieser starke Verkehr nicht wäre! Der Strassenkreisel wurde trotz der vielen so tollen Innovationen in Kalifornien noch nicht erfunden, stattdessen sorgen inexistenter öffentlicher Verkehr, Rotlichter an jeder Ecke und Stoppsignale alle 50m (den Zweck habe ich bis zum Schluss nie begriffen!) dafür, dass auch zu Randzeiten ständig Stau entsteht. Trotz zahlreicher Radwege ist und bleibt man im Verkehr als Radfahrer ein Fremdkörper, auch weil wohl die wenigsten Autofahrer seit ihrer Kindheit jemals wieder auf einem Rad gesessen sind.

Das Training machte Spass und lief erfolgreich, auch dank lokaler Unterstützung von Juliano Teruel, der nicht nur die besten Trainings Lokalitäten, sondern auch die besten Bäckereien und Kaffees kennt! Beim lockeren Ausfahren geschah dann aber das Unglück, als mich ein Autofahrer übersah beim Einbiegen. Ich konnte zwar noch etwas abbremsen, vollendete dann aber einen Salto und landete auf dem harten Asphalt. Mit Prellungen und Schürfungen und einige Radschäden bin ich aber wohl noch verhältnismässig glimpflich davongekommen. Aber als Profisportler ist schon dies sehr einschränkend, insbesondere auch mit einem anstehenden Wettkampf. Nun darf ich dafür als neue Erfahrung als Kläger auch noch das amerikanische Rechstsystem kennenlernen.

Der Halbironman in Oceanside lief meinen Erwartungen entsprechend. Sehr lange und bis zum Laufen konnte ich mich in den ersten drei Positionen halten, wurde dann aber beim Halbmarathon (für mich ungewohnt) noch auf den sechsten Platz nach hinten verwiesen. Den Umständen entsprechend muss und darf ich damit aber mehr als zufrieden sein, über weite Strecken und bis zum Laufen mit vielen der Weltbesten mitgehalten zu haben… Weiter erholt von den Blessuren und vom vielen Training bin ich zuversichtlich, dass ich dann Anfang Mai in Top Verfassung zur WM antreten werde. Die Luft nach oben ist nach dem zweiten Rang aus dem Vorjahr beschränkt, aber ich werde nichts unversucht lassen!
Viele Grüsse und bis bald, 
Euer Ruedi

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Lieber Ruedi, danke für Deine Impressionen und ich freue mich dass Du gut vorbereitet bist auf die WM. Viel Erfolg auch für diese Saison wünscht Dir der pensionierte SPONSER Arbeitskollege Urs.🎯🤸‍♂️🚴‍♂️🥇🏆

Vielen Dank für den einmal mehr tollen Bericht. Wünsche Dir gute Besserung und hoffe, Du magst bei der WM so richtig angreifen.

gueti besserig und trotzdem witerhin e gueti saison👍

Lieber neffe igendwann endest du als sportreporter die feder dazu fuehrst du meisterlich. Insiderkenntnisse zuhauf. Vorderhand aber bist du noch immer in den besten jahren wettkaempfe zu bestreiten und dein palmares zu sammeln. Toi toi gute leistung einstellung vorbildlich. Saluti dall'italia peter e beata

Congrats on a great competition and it was a pleasure to meet you while her in San Diego. Looking forward to following your journey as I start my triathlon journey.

Hey Ruedi, Welcome to the southern reaches of the granola state(land of fruits and nuts). Back in the 70's and 80's Carlsbad and surrounding communities were epicenter for world class endurance athletes. Now it's a zoo and during certain parts of the day, riding along the PCH is like cheating death. Sorry to hear you got tagged. It's not a question of if, It's a question of when. I would imagine, depending on the drivers insurance, you'll walk away with a couple mil, Of which your attorney will get 80%😉and the rest you'll owe in taxes. North of LA still has spots of the original California, Not as warm as the OC and SD but less crazies. viel Glück mein Bruder.

07. Apr 2019

Solider Tag und sechster Rang am 70.3 Oceanside zum Abschluss meines harten dreiwöchigen Trainingslagers in Kalifornien.
Gutes Schwimmen und Radfahren, aber trotz der optimalen Ausgangslager als dritter lief es dann beim Laufen nicht mehr ähnlich wie gewohnt. Zunächst enttäuscht, freue ich mich über die positiven Punkte davon: Der intensive Trainingsreiz wird wohl bereits umgesetzt im Körper und bei diesem Lauftempo brauchte ich nicht mehr auszulaufen nach dem Wettkampf... 😉

In einem Monat steht mit der Langdistanz WM das erste Saisonhighlight an - nach der Saat die Ernte!

Viele Grüsse, euer Ruedi
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Solider Tag und sechster Rang am 70.3 Oceanside zum Abschluss meines harten dreiwöchigen Trainingslagers in Kalifornien.
Gutes Schwimmen und Radfahren, aber trotz der optimalen Ausgangslager als dritter lief es dann beim Laufen nicht mehr ähnlich wie gewohnt. Zunächst enttäuscht, freue ich mich über die positiven Punkte davon: Der intensive Trainingsreiz wird wohl bereits umgesetzt im Körper und bei diesem Lauftempo brauchte ich nicht mehr auszulaufen nach dem Wettkampf... ;-)

In einem Monat steht mit der Langdistanz WM das erste Saisonhighlight an - nach der Saat die Ernte!

Viele Grüsse, euer Ruedi

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Wünsche Dir gute Regenerationstage und weiterhin viel Erfolg.👍

Gratuliere Ruedi!

Still best continental european. Very well done!

Congratulations

👏

👏👏👏👏👏💪

🤘🏼🤘🏼🤘🏼

04. Apr 2019

Time to push the pedals again!

After some intense training weeks under the guidance of Coach Lubos lb-training.com here in California I am looking forward to start the race season this weekend. The very competitive field here at IRONMAN 70.3 Oceanside will undoubtedly show my shape and what still to work on in the build for ITU LC World Champs in 5 weeks time. I love the southern Californian location here plus competitive fields mostly brought up the very best of my performances, so I am positive 🙂

Racing is additionally fun as it is the time to use all this special equipment that triathletes are dreaming about: Bike, costumized race suit, the magic chain all the way to special nutrition, caps or shoes.
Very thankful to keep counting for years on the same great partners while most things in and outside our little TRI world change so quickly...
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Go for it! Keep my fingers crossed!

All the best...

Viel Glück 🍀 und im Nachhinein no, alläs Guäti zum Geburtstag

Viel Erfog gute Beine und viel Vergnügen 👍👍👍

Viel Glück! 🍀🤙

Toi toi toi and kick some ass💥💥💪🏽💪🏽

Gib Gas, viel Spass und Erfolg!

01. Mrz 2019

Saisoneinstand und einige Gedanken zur Saisonvorbereitung - warum Zahlen nicht immer die Realität reflektieren

Wie bereits in den letzten Jahren entschied ich mich auch diese Saison wiederum für den Wettkampfeinstand in Arabien. Je länger desto mehr brauche ich diese Motivation durch die Wettkämpfe und könnte nicht mehr wie früher monatelang ohne Ernstkampf im Winterhalbjahr durchtrainieren. Die Temperaturen sind aktuell mit etwas über 20 Grad sehr angenehm und die olympische (non drafting) Distanz über 1.5km Schwimmen, 40km Rad und 10km Laufen ideal kombinierbar mit meinem Wintertraining, wo harte und eher kürzere Einheiten im Vordergrund stehen. Gleichzeitig bekomme ich – in Ergänzung zur traditionellen Leistungsdiagnostik - eine spezifische Rückmeldung über den aktuellen Form- und Trainingsstand und diejenigen Dinge, an denen ich noch verstärkt arbeiten muss. Dies wiederum hilft Lubos Bilek und mir für die Trainingsplanung in den kommenden Wochen, damit ich bei den A Wettkämpfen (bspw. der LD WM im Mai) optimal vorbereitet und in bester Verfassung am Start stehe.

Viele Triathleten vergessen meiner Meinung nach in der heutigen «Datenwelt» immer wieder, dass – zum Glück – etwa Watt Treten auf der Rolle, Schwimmen im Pool oder auch Laufen auf dem Band immer noch etwas anderes sind als die wettkampfspezifische Belastung im Race, wo die Sportarten erst noch kombiniert werden. Schwimmen im offenen Gewässer und mit zahlreichen Konkurrenten um einen herum, Radfahren mit Vorbelastung sowie vielen technischen & taktischen Elementen sowie das Laufen mit schweren Radbeinen und schwindenden Energiereserven. Noch nicht mal erwähnt hier all die mentalen Aspekte und Bereiche der Wettkampfverpflegung, welche je länger die Distanz umso wichtiger werden. Viele «Trainingsweltmeister» sind so immer wieder erstaunt, dass es im Wettkampf dann nicht zur erhofften Leistung und Resultat reicht. Sie orientieren fast ausschliesslich an den Zahlen von ihren (meist ungenauen) Wattwerten, Auswertungen von irgendwelchen Trainingstools und schönen Datenreihen, schnellen Swimsplits im Pool oder noch lieber den top Abschnittsplits in Wettkämpfen (bevor sie dann beim Laufen eingehen…). Sie vergessen dabei, dass diese Parameter nur für den Versuch da sind, einen Teil der Realität bzw. Wettkampfleistung abzubilden. Wenn das Wettkampfresultat im Vordergrund steht und nicht das verbessern jener Parameter und schöner Kurven, ist es meiner Meinung nach viel wichtiger, sich spezifisch auf die Gegebenheiten des Wettkampfes und die Dynamik und Anforderungen des Triathlons vorzubereiten und sich dazu Gedanken zu machen.

Zurück zu meinem Wüstentrip:
Der Einstand in die neue Saison ist geglückt und über meinen aktuellen guten Formstand bin ich sogar selber etwas positiv überrascht. Auf der F1 Strecke am Tri Yas in Abu Dhabi konnte ich mich nach einer gelungenen Leistung in sämtlichen Abschnitten erfolgreich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die Wettkämpfstätte in Abu Dhabi - nach bereits fünf Jahren bzw. Einsätzen hier - übt immer noch eine Faszination auf mich aus. Wo sonst die F1 Boliden ihre Runden drehen, können wir bei perfekten Bedingungen den Wettkampf absolvieren. Alles in Gehdistanz vom Hotel erreichbar, eine komplett abgesperrte Strecke (ohne Verkehr), ein technischer und abwechslungsreicher Kurs und ganz im Allgemeinen top Wettkampfbedingungen. Im Anschluss zum Rennen ist für uns Profis sogar eine „Team Villa“ bzw. spezieller Bereich reserviert – mit allem zum Essen, Trinken, Regenerieren und was das Herz sonst noch begehrt. Bei diesem Hauch von F1 Glamour lässt sich doch im Wettkampf schon fast einfacher leiden 😉

Beim Schwimmabschnitt konnte ich mich im Wasserschatten eines Kollegen gut positionieren und etwas absetzten vom Rest des Feldes. Auf dem Rad fand ich schnell die richtige Mischung zwischen Krafteinsatz, technischem Handling und dosiertem Risiko. Der Rundkurs ist denn auch eine technische Angelegenheit, mit vielen z.T. engen Kurven und Höhenmetern, und bietet im Gegensatz zu den gewöhnlichen Triathlon-Radstrecken vielmehr die Möglichkeit, eine gute Kurventechnik gewinnbringend einzusetzen. Letztlich und nach zahlreichem Üben im Training konnte ich die meisten Kurven in der Triathlon Position durchfahren (was bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von rund 45km/h gewiss kein Nachteil ist), während mein Hauptkonkurrent sogar zu Fall kam und das Rennen später aufgeben musste. So musste ich beim Laufen für den Siege denn auch nicht mehr meine letzten Reserven anzapfen.
Die restlichen verbliebenen Körner konnte ich dafür die folgenden zwei Tage gut gebrauchen, denn es standen noch zwei umfangreiche Trainingstage mit vielen Radkilometern in der Wüste auf dem Programm. In der Wüste vor Dubai gibt es nämlich einen abgesperrten, separaten 150km langen Rundkurs extra für die Radfahrer. Mit dem intensiven Regen habe ich aber nicht gerechnet! Mein Rad musste ich anschliessend gleich mit unter die Dusche nehmen, um es vom vielen Sand zu befreien. Ein wirklich einmaliges Wüstenerlebnis!

Mein persönliches Fazit nach den ersten Trainingswochen: Die lange Saisonpause hat mir gut getan und trotz noch unspezifischem Training passen Form und Aufbau bereits bestens. Der Austausch mit Lubos ist sehr bereichernd und zusätzlich motivierend für das Training. Auch bestätigt hat sich wiederum, dass Langlauf für mich nicht nur ein gutes Alternativtraining ist, sondern auch eine ideale Triathlon Vorbereitung– vielleicht muss ich meinen nächsten Grossanlass im Sommer auf dem Gletscher vorbereiten 😉

Weiter geht es nun mit einem grossen Trainingsblock, bevor ich dann Anfang April in Oceanside/California am 70.3 antrete. Mit Frodeno, Sanders etc. am Start werde ich dann zweifelsohne eine schonungslose Standortanalyse haben 😉

Viele Grüsse, euer Ruedi
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Saisoneinstand und einige Gedanken zur Saisonvorbereitung - warum Zahlen nicht immer die Realität reflektieren

Wie bereits in den letzten Jahren entschied ich mich auch diese Saison wiederum für den Wettkampfeinstand in Arabien. Je länger desto mehr brauche ich diese Motivation durch die Wettkämpfe und könnte nicht mehr wie früher monatelang ohne Ernstkampf im Winterhalbjahr durchtrainieren. Die Temperaturen sind aktuell mit etwas über 20 Grad sehr angenehm und die olympische (non drafting) Distanz über 1.5km Schwimmen, 40km Rad und 10km Laufen ideal kombinierbar mit meinem Wintertraining, wo harte und eher kürzere Einheiten im Vordergrund stehen. Gleichzeitig bekomme ich – in Ergänzung zur traditionellen Leistungsdiagnostik - eine spezifische Rückmeldung über den aktuellen Form- und Trainingsstand und diejenigen Dinge, an denen ich noch verstärkt arbeiten muss. Dies wiederum hilft Lubos Bilek und mir für die Trainingsplanung in den kommenden Wochen, damit ich bei den A Wettkämpfen (bspw. der LD WM im Mai) optimal vorbereitet und in bester Verfassung am Start stehe. 

Viele Triathleten vergessen meiner Meinung nach in der heutigen «Datenwelt» immer wieder, dass – zum Glück – etwa Watt Treten auf der Rolle, Schwimmen im Pool oder auch Laufen auf dem Band immer noch etwas anderes sind als die wettkampfspezifische Belastung im Race, wo die Sportarten erst noch kombiniert werden. Schwimmen im offenen Gewässer und mit zahlreichen Konkurrenten um einen herum, Radfahren mit Vorbelastung sowie vielen technischen & taktischen Elementen sowie das Laufen mit schweren Radbeinen und schwindenden Energiereserven. Noch nicht mal erwähnt hier all die mentalen Aspekte und Bereiche der Wettkampfverpflegung, welche je länger die Distanz umso wichtiger werden. Viele «Trainingsweltmeister» sind so immer wieder erstaunt, dass es im Wettkampf dann nicht zur erhofften Leistung und Resultat reicht. Sie orientieren fast ausschliesslich an den Zahlen von ihren (meist ungenauen) Wattwerten, Auswertungen von irgendwelchen Trainingstools und schönen Datenreihen, schnellen Swimsplits im Pool oder noch lieber den top Abschnittsplits in Wettkämpfen (bevor sie dann beim Laufen eingehen…). Sie vergessen dabei, dass diese Parameter nur für den Versuch da sind, einen Teil der Realität bzw. Wettkampfleistung abzubilden. Wenn das Wettkampfresultat im Vordergrund steht und nicht das verbessern jener Parameter und schöner Kurven, ist es meiner Meinung nach viel wichtiger, sich spezifisch auf die Gegebenheiten des Wettkampfes und die Dynamik und Anforderungen des Triathlons vorzubereiten und sich dazu Gedanken zu machen.

Zurück zu meinem Wüstentrip: 
Der Einstand in die neue Saison ist geglückt und über meinen aktuellen guten Formstand bin ich sogar selber etwas positiv überrascht. Auf der F1 Strecke am Tri Yas in Abu Dhabi konnte ich mich nach einer gelungenen Leistung in sämtlichen Abschnitten erfolgreich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die Wettkämpfstätte in Abu Dhabi - nach bereits fünf Jahren bzw. Einsätzen hier - übt immer noch eine Faszination auf mich aus. Wo sonst die F1 Boliden ihre Runden drehen, können wir bei perfekten Bedingungen den Wettkampf absolvieren. Alles in Gehdistanz vom Hotel erreichbar, eine komplett abgesperrte Strecke (ohne Verkehr), ein technischer und abwechslungsreicher Kurs und ganz im Allgemeinen top Wettkampfbedingungen. Im Anschluss zum Rennen ist für uns Profis sogar eine „Team Villa“ bzw. spezieller Bereich reserviert – mit allem zum Essen, Trinken, Regenerieren und  was das Herz sonst noch begehrt. Bei diesem Hauch von F1 Glamour lässt sich doch im Wettkampf schon fast einfacher leiden ;-) 

Beim Schwimmabschnitt konnte ich mich im Wasserschatten eines Kollegen gut positionieren und etwas absetzten vom Rest des Feldes. Auf dem Rad fand ich schnell die richtige Mischung zwischen Krafteinsatz, technischem Handling und dosiertem Risiko. Der Rundkurs ist denn auch eine technische Angelegenheit, mit vielen z.T. engen Kurven und Höhenmetern, und bietet im Gegensatz zu den gewöhnlichen Triathlon-Radstrecken vielmehr die Möglichkeit, eine gute Kurventechnik gewinnbringend einzusetzen. Letztlich und nach zahlreichem Üben im Training konnte ich die meisten Kurven in der Triathlon Position durchfahren (was bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von rund 45km/h gewiss kein Nachteil ist), während mein Hauptkonkurrent sogar zu Fall kam und das Rennen später aufgeben musste. So musste ich beim Laufen für den Siege denn auch nicht mehr meine letzten Reserven anzapfen. 
Die restlichen verbliebenen Körner konnte ich dafür die folgenden zwei Tage gut gebrauchen, denn es standen noch zwei umfangreiche Trainingstage mit vielen Radkilometern in der Wüste auf dem Programm. In der Wüste vor Dubai gibt es nämlich einen abgesperrten, separaten 150km langen Rundkurs extra für die Radfahrer. Mit dem intensiven Regen habe ich aber nicht gerechnet! Mein Rad musste ich anschliessend gleich mit unter die Dusche nehmen, um es vom vielen Sand zu befreien. Ein wirklich einmaliges Wüstenerlebnis! 

Mein persönliches Fazit nach den ersten Trainingswochen: Die lange Saisonpause hat mir gut getan und trotz noch unspezifischem Training passen Form und Aufbau bereits bestens. Der Austausch mit Lubos ist sehr bereichernd und zusätzlich motivierend für das Training. Auch bestätigt hat sich wiederum, dass Langlauf für mich nicht nur ein gutes Alternativtraining ist, sondern auch eine ideale Triathlon Vorbereitung– vielleicht muss ich meinen nächsten Grossanlass im Sommer auf dem Gletscher vorbereiten ;-) 

Weiter geht es nun mit einem grossen Trainingsblock, bevor ich dann Anfang April in Oceanside/California am 70.3 antrete. Mit Frodeno, Sanders etc. am Start werde ich dann zweifelsohne eine schonungslose Standortanalyse haben 😉

Viele Grüsse, euer RuediImage attachment

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Toller Bericht. Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.👍

Gut geschrieben!

Danke für den tollen Bericht. Viel Glück für die anstehende Saison!!

Lieber neffe, ich freue mich stets ueber deine analytisch sachlichen berichte. Deine eindruecke, intelligent verarbeitet bringt uns mitten ins geschehen und laesst uns dabei sein.. merci ti saluta peter e beata

17. Feb 2019

Some impressions of an extended weekend in UAE 🇦🇪 .

As always: results are for the moment only but memories will stay forever. Thanks for having me!

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