2011* WM Rennen in Kitzbühel
Nach einem harten Rennen und einigen Schwierigkeiten konnte ich mich auf dem 26.
Rang platzieren.
Nachdem am Vorwettkampftag das Wetter sich noch von der schönen Seite gezeigt
hatte, begannen just mit unserem Start am Samstagnachmittag die Regenfälle.
Glücklicherweise war das Schwimmen mit Neoprenanzug erlaubt, trotz einer
Wassertemperatur von über 20 Grad. Ansonsten hätten wohl nicht viele Athleten das
Rennen beenden können…
Der Auftakt im Schwarzsee gelang mir gut und ich konnte mit weniger als 30 Sekunden
Rückstand auf den schnellsten Schwimmer aufs Rad steigen. Dort ging jedoch das
grosse Leiden los… Ich fühlte mich ziemlich kaputt und musste ungewöhnlich stark an
meine Grenzen gehen. Wohl wegen dem Regen fühlten sich meine Beine äusserst steif
und kalt an und der Tritt war alles andere als rund. Bald kam es zum grossen
Zusammenschluss der Radgruppen, aber trotzdem wurde auf Teufel komm raus
weitergefahren. Dies bekam etwa auch der aktuelle Ironman Weltmeister zu spüren
anlässlich seines Comebacks auf der Kurzdistanz, der im Schwimmen die Gruppe nicht
ganz halten konnte und mit bereits 4 Minuten Rückstand beim Radfahren das Rennen
beendete. Am Ende zeigte mein Stundenmittel auf der coupierten Strecke über 42
Kilometer pro Stunden an! Die letzten Kilometer auf dem Rad waren wie immer ein
Kampf auf Biegen und Brechen um die besten Ausgangspositionen beim Laufen. Hier
konnte ich mich gut behaupten und sprintete als einer der ersten in die Wechselzone.
Die noch grössere Herausforderung war jedoch für einmal das Anziehen der Schuhe mit
meinen kalten, fast gefühllosen Händen. Dabei machten sich beide Oberschenkel mit
einem stechenden, schmerzvollen Krampf bemerkbar, in einer Art, wie ich sie bisher
noch nie erlebte. Als praktisch letzter der grossen Gruppe verliess ich dann die
Wechselzone. Ich war mir nicht sicher, ob und wie lange mich die Beine so noch tragen
würden. Nach rund 2km kam das Gefühl wieder zurück und ich konnte das Tempo
aufdrehen und Position um Position gutmachen. Der Schnellzug war jedoch
abgefahren… Trotz einer anschliessend guten Laufleistung reichte es nur noch auf den
26. Platz in diesem hochkarätigen Startfeld mit geringen Rückständen und hoher
Leistungsdichte.
Trotz einer eigentlich guten Leistung war ich zunächst sehr enttäuscht, dass ich nicht
mein ganzes Leistungspotential ausschöpfen und meinen diesjährigen Leistungssprung
bestätigen konnte. Aber es stehen ja noch einige WM Rennen an (mit Hamburg,
London, Lausanne und Peking) um den nächsten Exploit zu landen…
Es grüesst euch Ruedi

